Safeguarding Policy
Granatapfel hat folgende Ebenen der Safeguarding Policy:
1. Zustimmung zum Beutelsbacher Konsens
2. Safeguarding-Selbstverpflichtung
3. Kinderschutzkonzept
4. Ethische Richtlinien in Bezug auf Shoah Education und den interreligiösen Dialog
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1. Beutelsbacher Konsens
Beutelsbacher Konsens (1976)
Grundprinzipien für politische Bildung
1. Überwältigungsverbot
→ Keine Indoktrination: Teilnehmende dürfen nicht in eine bestimmte Meinung gedrängt werden. Bildung soll zur eigenständigen Urteilsbildung befähigen – nicht bevormunden.
2. Kontroversitätsgebot
→ Was in Politik und Wissenschaft kontrovers diskutiert wird, muss auch im Bildungsraum als kontrovers dargestellt werden – mit Raum für unterschiedliche Perspektiven.
3. Interessenorientierung
→ Teilnehmende sollen befähigt werden, ihre eigenen Interessen zu erkennen, zu artikulieren und in politischen Zusammenhängen zu vertreten.
Ziel:
Mündigkeit, demokratisches Denken & verantwortungsbewusstes Handeln fördern – ohne moralischen Druck, aber mit klarer Wertebasis (z. B. Menschenrechte, Gleichwertigkeit).
2. Safeguarding-Selbstverpflichtung
Wir verpflichten uns zum Schutz aller Teilnehmenden unserer Bildungsformate vor jeglicher Form von Gewalt, Diskriminierung, Machtmissbrauch und Grenzverletzung. Unsere Workshops, Exkursionen und Veranstaltungen werden so gestaltet, dass sie einen sicheren, respektvollen und wertschätzenden Raum für Lernen, Austausch und Reflexion ermöglichen.
Unsere Safeguarding-Grundsätze umfassen:
- die konsequente Achtung der Würde, Integrität und Grenzen aller Teilnehmenden – unabhängig von Alter, Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialem Hintergrund
- den bewussten, achtsamen Umgang mit biografischen Inhalten und sensiblen Themen (z. B. Shoah, Diskriminierung, Ausgrenzung)
- die klare Kommunikation von Gruppenregeln und Verhaltensstandards
- die geschulte Sensibilität unseres Teams für Schutzbedürftige, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und anderen vulnerablen Gruppen
- einen transparenten Umgang mit eventuellen Vorfällen – inklusive klarer Ansprechpersonen, Dokumentation und ggf. Weiterleitung an zuständige Stellen
Unsere Safeguarding Policy basiert auf den Empfehlungen relevanter Fachstellen und wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.
Bei Fragen oder Anliegen zum Thema Safeguarding wenden Sie sich bitte vertraulich an: Mag. Thomas Stoppacher
3. **Kinderschutzkonzept Granatapfel Kulturvermittlung**
3.1. Einleitung
Granatapfel Kulturvermittlung führt Workshops durch, die Kinder und Jugendliche zu demokratischen Werten, Extremismus- und Antisemitismusprävention sensibilisieren. Da diese Themen emotional herausfordernd sein können, ist der Schutz der Teilnehmenden vor Überforderung, Diskriminierung und psychischer Belastung zentral. Wir schaffen Lernräume, die Sicherheit, Wertschätzung und Beteiligung fördern und Kindern ermöglichen, schwierige Inhalte altersgerecht und geschützt zu bearbeiten.
3.2. Zielsetzung
Wir verpflichten uns dazu,
- Kinder und Jugendliche vor Überforderung, Diskriminierung und Stigmatisierung zu schützen,
- sichere Rahmenbedingungen für sensible Inhalte zu schaffen,
- Respekt, Vielfalt, Zivilcourage und Demokratiekompetenz zu stärken,
- emotionale Sicherheit zu gewährleisten und Traumatisierungsrisiken zu vermeiden,
- klare Handlungswege im Umgang mit Belastungsreaktionen oder Verdachtsfällen festzulegen.
3.3. Geltungsbereich
Dieses Konzept gilt für alle Mitarbeitenden, Referent:innen, Honorarkräfte und Kooperationspartner:innen im Rahmen von Bildungsformaten mit Kindern und Jugendlichen.
3.4. Prävention & pädagogische Umsetzung
Personal & Qualifikation
- Einsatz fachlich geeigneter Personen mit Erfahrung in pädagogischer Arbeit mit Kindern
- Schulungen zu traumasensibler und diskriminierungsfreier Pädagogik
- Verhaltensleitlinien vor Workshopdurchführung
Vorbereitung & Information der Kinder
- Altersgerechte Einführung ins Thema
- Transparente Gruppenvereinbarungen zu Respekt und Gesprächskultur
- Benennung einer Vertrauensperson für Rückzug oder Gesprächsbedarf
Methodischer Rahmen
- Einsatz kreativer, spielerischer und erfahrungsorientierter Methoden
- Keine Schockbilder; sensible Themen werden behutsam vermittelt
- Regelmäßige Reflexionsphasen zur Entlastung und Verarbeitung
3.5. Verhaltenskodex für Mitarbeitende
Alle Mitarbeitenden verpflichten sich zu:
1 respektvollem, wertschätzendem und gewaltfreiem Umgang
2 Verzicht auf Diskriminierung, Drohung oder Einschüchterung
3 Wahrung von körperlichen und emotionalen Grenzen der Kinder
4 sensibler Sprache – keine stereotypisierenden Darstellungen
5 Schutz der Privatsphäre und vertraulicher Umgang mit persönlichen Informationen
6 sofortigem Einschreiten bei diskriminierendem Verhalten oder Mobbing
7 professionellem Umgang mit Nähe und Distanz – kein unangemessener Körperkontakt
8 bewusstem Umgang mit digitalen Kommunikationsformen
3.6. Umgang mit Belastungssituationen
- Mitarbeitende erkennen Anzeichen emotionaler Belastung und reagieren zeitnah und einfühlsam
- Rückzugsmöglichkeiten für Kinder werden ermöglicht
- Gespräche zur Verarbeitung finden bei Bedarf unmittelbar statt
- In einschneidenden oder anhaltenden Belastungssituationen werden externe Fachstellen (Schulpsychologie, Beratung etc.) beigezogen
- Vorfälle werden intern dokumentiert und vertraulich behandelt
3.7. Umgang mit Medien & Daten
- Foto-, Ton- oder Videoaufnahmen werden nur mit vorheriger Zustimmung der Erziehungsberechtigten erlaubt
- Veröffentlichung erfolgt ausschließlich nach bewusster und dokumentierter Zustimmung
- Datenschutz & DSGVO werden eingehalten
3.8. Zuständigkeit & Meldestrukturen
Kinderschutzbeauftragter:
Mag. Thomas Stoppacher
thomas.stoppacher@granatapfel.ws
Er ist Ansprechperson für Rückmeldungen, Beobachtungen und Verdachtsfälle und begleitet interne Abläufe im Kinderschutz.
3.9. Kommunikation, Feedback & Weiterentwicklung
- Austausch mit Lehrer:innen/Einrichtungen über Bedarfe der Gruppe
- Möglichkeit für Kinder und Eltern, Feedback oder Bedenken zu äußern
- Regelmäßige Evaluation und Anpassung des Konzepts
- Fortlaufende Reflexion der pädagogischen Haltung im Team
3.10. Schlussbestimmung
Granatapfel Kulturvermittlung verpflichtet sich zu einem aktiven Kinderschutz, der Sicherheit, Würde und Wohlbefinden aller teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sicherstellt. Mit achtsamer Pädagogik, klaren Schutzmechanismen und verantwortungsvollem Handeln ermöglichen wir Räume für Diskussion, Lernen und Empathie – damit Bildung stärkt, nicht überfordert.
4. Selbstverpflichtung zu Ethiklinien und Schutzverpflichtungen:
4.1. Leitfaden für den interreligiösen Dialog vom interreligiösen thinktank Schweiz

